TD-SCDMA
Der 3G-Standard Time Division-Synchronous Code Division Multiple Access (TD-SCDMA) kommt aus China. Dabei handelt es sich um ein System der chinesischen Standardisierungsbehörde CATT (Chinese Academy of Telecommunications Technology), das der UMTS-TDD-Variante ähnelt. Die Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit Siemens. China erhofft sich von dem eigenen 3G-Standard, unabhängig von westlichen Technologien zu sein. Nicht zuletzt deswegen, weil die Nutzung anderer Breitband-Formate Patentzahlungen voraussetzt. Die Patente sind zumeist in der Hand westlicher Unternehmen. Die Entwickler von TD-SCDMA betonen allerdings auch, dass sich dieses System besser für die Versorgung von stark besiedelten Regionen eignet. Der chinesische Standard hat variable Bandbreiten und soll so effizienter arbeiten. Kritiker werfen dem system allerdings vor, es habe eine geringere Abdeckung, sei weniger flexibel und führe zu Komplikationen mit Radio-Algorithmen. Das Projekt eines nationalen TD-SCDMA-Netzwerkes wurde 2006 offiziell gestartet, ist bislang aber nicht abgeschlossen. Im April 2008 waren acht chinesische Städte an ein kommerzielles 3G-Netz angeschlossen. Im Januar 2009 vergab die chinesische Regierung eine TD-SCDMA-Lizenz an den größten nationalen Betreiber China Mobile. Eine Lizenz für den Standard WCDMA ging an China Unicom, eine weitere für das System CDMA an den Betreiber China Telecom. Im März 2009 meldete der Ausrüster und China Mobile-Partner Nokia Siemens Networks (NSN), die Implementierung von TD-SCDMA-Infrastruktur für 28 chinesische Großstadtnetze sei erfolgreich abgeschlossen. Laut NSN ist eine Netzerweiterung auf 200 Städte geplant. Vor gut einem Monat gab China Mobile bekannt, die Zahl der TD-SCDMA-Nutzer in China liege inzwischen bei 1.300. Das neue 3G-Netz unterstützt Anwendungen wie Video-Telefonie, Internet Browsing, Mobile TV sowie Video-on-demand-Services.